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Geschichte des Posaunenchores an der Peterskirche Weinheim

Seit mehr als einem Jahrhundert ist der Posaunenchor an der Peterskirche ein fester Bestandteil des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens in Weinheim. Generationen von Bläserinnen und Bläsern haben Gottesdienste musikalisch gestaltet, Menschen an Festtagen erfreut und sie in Zeiten der Freude und des Abschieds begleitet.

Die Anfänge

Im Jahr 1920 gründete Missionar Wilhelm Schäfer, Hausvater des Pilgerhauses, den Posaunenchor. Mit zwei Der Posaunenchor im Gründungsjahr 1920gebrauchten Trompeten begann seine Geschichte. Die ersten Bläser waren Jungen des Pilgerhauses; bald schlossen sich Mitglieder der Inneren Mission an. Bereits 1921 wurde der Chor dem Badischen Jungmänner- und Jünglingsverein angeschlossen. Seit 1925 gehörte der Posaunenchor zum CVJM Weinheim.

Unter Chorleiter Philipp Frey entwickelte sich ein reges Gemeindeleben. Schon früh entstanden Traditionen, die bis heute gepflegt werden: das Turmblasen an Heiligabend sowie das Blasen auf der Burg Windeck am frühen Ostermorgen.

Krieg und Neubeginn

Während der Zeit des Nationalsozialismus kam die Chorarbeit nahezu zum Erliegen. Weihnachten 1939 erklang letztmals während des Krieges Bläsermusik vom Turm der Peterskirche. Viele Bläser wurden 30jähriges Jubiläum des Posaunenchorszum Wehrdienst eingezogen; mehrere Mitglieder kehrten nicht zurück.

Bereits 1946 begann der Wiederaufbau. Die ehemaligen Bläser sichteten die noch vorhandenen Instrumente und Noten, setzten die Instrumente trotz fehlender finanzieller Mittel instand und machten die vorhandenen Noten wieder für den Einsatz nutzbar. Am 12. Mai 1946 musizierte der Chor erstmals wieder öffentlich. Unter der Leitung von Peter Hesse wurden neue Bläser ausgebildet. Zu ihnen gehörten der später international bekannte Dirigent Werner Andreas Albert sowie Hans Lehr, der dem Chor mehr als 65 Jahre verbunden blieb. Trotz knapper Mittel finanzierten die Bläser durch Arbeitseinsätze neue Instrumente und Noten.

Wachstum und neue Impulse

Die 1960er-Jahre waren von personellen Veränderungen geprägt. Mehrfach wechselten Chorleiter und Obleute. Dennoch blieb der Chor ein fester Bestandteil des Gemeindelebens und wirkte bei zahlreichen Gottesdiensten, Kirchentagen und Landesposaunentagen mit.

1970 feierte der Chor sein 50-jähriges Bestehen. Mit Johanna Lehr wurde erstmals eine Frau Die Weinheimer Blechveteranen 1978aufgenommen – ein wichtiger Schritt in der Geschichte des Ensembles. Nach dem frühen Tod von Kantor Helmut Sauer übernahm Dieter Kreutz 1977 die musikalische Leitung. Es folgten Jahre mit Bläserserenaden, Konzertreisen und der Teilnahme an Deutschen Evangelischen Kirchentagen. Unvergessen blieben unter anderem ein Auftritt im Kölner Dom und die Mitwirkung am Sommertagszug als „Weinheimer Blechveteranen“. 1982 wurde mit Ulrike Klötzke-Demuth erstmals eine Frau zur Obfrau gewählt.

Auf dem Weg ins neue Jahrhundert

Nach der deutschen Wiedervereinigung entstanden enge Kontakte zur Partnergemeinde Dedelow in der Uckermark. 1997 feierte der Posaunenchor sein 75-jähriges Jubiläum.

2003 übernahm Simon Langenbach die musikalische Leitung. Unter seiner Führung wurde die Nachwuchsarbeit entscheidend ausgebaut. Die 2008 gegründete Jungbläserschule des Kirchenbezirks Mannheim/Bergstraße bildete viele junge Musikerinnen und Musiker aus und stärkte den Chor nachhaltig. Zahlreiche Konzerte, Bläserserenaden sowie die Teilnahme an Deutschen Posaunentagen und Kirchentagen prägten diese Jahre.

Heute

Die Corona-Pandemie stellte den Chor vor große Herausforderungen. Dennoch blieb die Bläsermusik präsent – mit digitalen Proben, musikalischen Beiträgen vom Turm der Peterskirche und Open-Air-Proben.

2022 feierte der Posaunenchor sein 100-jähriges Jubiläum. Konzert 2015Zwei Jahre später verabschiedete sich Simon Langenbach nach mehr als zwei Jahrzehnten als Chorleiter. Mit großem Engagement prägte er den Chor musikalisch wie personell nachhaltig. Mit Felix Schütze übernahm ein neuer Chorleiter die musikalische Verantwortung und führt gemeinsam mit den Bläserinnen und Bläsern die lange Tradition des Chores fort.

Die Peterskirche ist bis heute die Heimat des Posaunenchors. Mit der Zusammenlegung der Kirchengemeinden haben sich seine Aufgaben erweitert. Seither wirkt er bei Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen in allen drei Kirchen der Gesamtgemeinde mit. Darüber hinaus gehören das Musizieren am Ostermorgen auf der Burg Windeck, das Turmblasen an Heiligabend, Einsätze auf dem Friedhof sowie in Alten- und Pflegeheimen ebenso zu seinen Aufgaben wie die musikalische Begleitung von Hochzeiten, Geburtstagen und Trauerfeiern.

Weitere interessante Details können in unseren Festschriften nachgelesen werden.